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Die Frage der Schuld in Heinrich Kaufringers "Die unschuldige Mörderin"

Herzlich willkommen!

Vielen Dank für dein Interesse an meiner Umfrage und dafür, dass du dir die Zeit nimmst, an meiner Untersuchung teilzunehmen.

Im Rahmen meiner Bachelor-Thesis im Fach Germanistik beschäftige ich mich mit Heinrich Kaufringers Märe "Die unschuldige Mörderin". Mit dieser Umfrage möchte ich untersuchen, wie der Text auf heutige Leser:innen wirkt und welche persönlichen Einschätzungen sich daraus ergeben.

Die Teilnahme dauert etwa 7 Minuten. Bitte lies den bereitgestellten Text zunächst aufmerksam durch und beantworte anschließend die Fragen möglichst spontan und ehrlich. Es gibt dabei keine richtigen oder falschen Antworten. Für die Untersuchung ist deine persönliche Wahrnehmung und dein erster Eindruck von besonderer Bedeutung. 

Die Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig und anoynm. Die erhobenen Daten werden ausschließlich für die Auswertung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Es werden keine personenbezogenen Daten erhoben, durch die Rückschlüsse auf deine Person möglich sind. Die Teilnahme kann jederzeit ohne Angabe von Gründen beendet werden.

Bei Fragen zur Umfrage oder zur Untersuchung kannst du dich gerne an mich wenden:

Marie Reinartz (Studentin der Bergischen Universität Wuppertal)

E-Mail: marie.reinartz@uni-wuppertal.de

Vielen Dank für deine Unterstützung! 

Gesichert

Erste Einschätzung

Bitte lies dir die folgende Sachverhaltsdarstellung aufmerksam durch. Die Ereignisse werden ohne Bewertung oder Erklärung der Hintergründe dargestellt. 

Am Abend vor der Hochzeit wird die Braut (die Gräfin) von ihrem Bruder (dem Grafen) und ihrem künftigen Ehemann (dem König) auf der heimischen Burg zurückgelassen. Zur Bewachung befinden sich ein Torwächter sowie ein Pförtner vor Ort.

In der Nacht verschafft sich ein Ritter des Königs Zutritt zur Burg, indem er sich gegenüber den Wachen und der Gräfin als König ausgibt. Es kommt zum Beischlaf zwischen der Gräfin und ihrem vermeintlichen Bräutigam. Während des Aufenthalts verrät sich der Ritter, sodass die Gräfin erkennt, dass es sich nicht um ihren künftigen Ehemann handelt. Nachdem der Ritter eingeschlafen ist, greift die Gräfin zu einem Messer und trennt ihm den Kopf ab.

Daraufhin bittet die Gräfin den Torwächter um Hilfe bei der Beseitigung des Leichnams. Dieser fordert für seine Dienste eine sexuelle Gegenleistung, welche die Gräfin gewährt. Im Anschluss versucht der Torwächter, den Leichnam des Ritters in einem Brunnen zu versenken. Die Gräfin stößt ihn mitsamt dem Leichnam in die Tiefe und wirft den abgetrennten Kopf des Ritters hinterher.

Die restliche Nacht verbringt die Gräfin mit der Entfernung sämtlicher Blutspuren. 

In der Hochzeitsnacht befindet sich die Gräfin gemeinsam mit dem König in dessen Schlafgemach. Sie überredet eine Zofe, im Dunkeln ihre Position für den Beischlaf einzunehmen. Nach vollzogenem Akt versucht die Gräfin, ihren Platz neben dem schlafenden König einzunehmen, doch die Zofe verweigert den Tausch. Nachdem auch die Zofe eingeschlafen ist, entzündet die Gräfin ein Feuer im Schlafgemach. Anschließend zieht sie sich aus, weckt den König und verlässt gemeinsam mit ihm den Raum. Sie verschließt die Tür des Schlafgemachs von außen, sodass die Zofe verbrennt.

Beurteile nun die Handlungen der Gräfin. Deine Antwort soll auf deinem ersten Eindruck beruhen. Entscheide dich daher zunächst intuitiv und ohne längeres Abwägen.

Erachtest du die Gräfin als schuldig?

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Die Verteidigung der Gräfin

In einem nächsten Schritt bitte ich dich um Folgendes: Stell dir vor, du befindest dich in einem Gerichtssaal. Die Schuld der Gräfin wird verhandelt und der Verteidiger trägt verschiedene Argumente vor, die für ihre Unschuld sprechen sollen.

Bitte lies dir die folgenden Informationen aufmerksam durch und bewerte anschließend jedes Argument einzeln. Dabei sollst du dir die Frage stellen, wie überzeugend du das jeweilige Argument zur Entlastung der Gräfin findest.

Bewertungsskala:

1 - überhaupt nicht überzeugend

2 - eher nicht überzeugend

3 - teils/teils

4 - eher überzeugend 

5 - absolut überzeugend

A - Die Gräfin wird als keusche, fromme und gute Persönlichkeit beschrieben. Bis zu den geschilderten Ereignissen hat sie sich nichts zuschulden kommen lassen.

Überhaupt nicht überzeugend
Absolut überzeugend

B - Der Knecht des Ritters stiftet diesen zu der Tat an. Zudem verleumdet er die Gräfin, indem er sie als unkeusch charakterisiert. Er kann als Hauptschuldiger betrachtet werden, da durch seine Worte die Handlungskette ausgelöst wird.

Überhaupt nicht überzeugend
Absolut überzeugend

C - Sowohl der Ritter als auch der Torwächter nutzen die Situation der zurückgelassenen Gräfin schamlos aus. Sie handeln egoistisch und stellen ihr eigenes Vergnügen über ihre Pflichten gegenüber dem Adel.

Überhaupt nicht überzeugend
Absolut überzeugend

D - Die Gräfin befindet sich in einem Dilemma: Gewährt sie dem Mann, den sie für ihren zukünftigen Ehemann hält, Eintritt in ihre Gemächer, verstößt sie gegen das Gebot der Keuschheit. Verweigert sie ihm den Eintritt, erweist sie sich als ungehorsam und setzt ein langes und glückliches Leben mit ihrem vermeintlichen Ehemann aufs Spiel. Sie wägt die Vor- und Nachteile ab und entscheidet sich für das geringere Übel in einer von Männern bestimmten Ordnung.

Überhaupt nicht überzeugend
Absolut überzeugend

E - Der als König getarnte Ritter versichert der Gräfin, dass er die Verantwortung für die Situation und die möglichen Folgen übernimmt. Die Gräfin hat allen Grund, ihm zu vertrauen.

Überhaupt nicht überzeugend
Absolut überzeugend

F - Die Gräfin wird missbraucht und verraten, wodurch physischer und psychischer Schaden entsteht.

Überhaupt nicht überzeugend
Absolut überzeugend

G - Die Gräfin steht unter Schock. Sie ist verzweifelt, gar unzurechnungsfähig und handelt aus Notwehr. Ihre Taten sind Reaktionen auf zuvor geschehene Verbrechen.

Überhaupt nicht überzeugend
Absolut überzeugend

H - Die dargestellten Todesarten (Enthauptung, Ertränken und Verbrennung) entsprechen nach mittelalterlichem Recht den offiziellen Bestrafungen für die vollzogenen Taten. Demzufolge haben die Verbrecher ihre gerechten Strafen erhalten.

Überhaupt nicht überzeugend
Absolut überzeugend

I - Die Gräfin schützt mit ihrem Handeln nicht nur ihre eigene Ehre, sondern auch die ihres zukünftigen Ehemannes und damit die Stabilität der königlichen Herrschaft.

Überhaupt nicht überzeugend
Absolut überzeugend

J - Die Gräfin versucht stets eine mündliche Einigung zu erzielen, wird allerdings fortwährend hintergangen. Somit können die Morde als Ergebnisse einer ausweglosen Situation verstanden werden.

Überhaupt nicht überzeugend
Absolut überzeugend

K - Der Loyalitätsbruch der Zofe wiegt besonders schwer, da diese dem intimen Umfeld der Gräfin angehört und die Gräfin ihr vertraut.

Überhaupt nicht überzeugend
Absolut überzeugend

L - Nach 32 Jahren gesteht die Gräfin ihrem Ehemann unter Tränen all ihre Taten. Sie ist reuevoll und aufrichtig. Der König vergibt ihr aus Liebe und Respekt vor dem, was sie aus Liebe durchzustehen bereit war.

Überhaupt nicht überzeugend
Absolut überzeugend

M - Weil die Gräfin nicht böse ist, sondern nur Böses von sich abwehrt, hilft Gott ihr in ihrer Not. Da Gott nur gerechten Menschen hilft, muss die Gräfin unschuldig sein. Sie handelt in Gottes Auftrag.

Überhaupt nicht überzeugend
Absolut überzeugend

Nachdem du alle Argumente einzeln bewertet hast:

Welche/s der genannten Argumente findest du für die Entlastung der Gräfin am überzeugendsten?

Es dürfen bis zu drei Argumente ausgewählt werden.

Erneute Einschätzung

Nachdem du die zusätzlichen Informationen gelesen hast:

Hat sich deine erste Einschätzung geändert?

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Wie erachtest du die Gräfin jetzt?

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Bitte begründe im untenstehenden Textfeld kurz deine Entscheidung.

Allgemeine Angaben zur Person

Welchem Geschlecht fühlst du dich zugehörig?

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Wie alt bist du?

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Hast du bereits Erfahrungen mit Literatur aus dem Mittelalter gesammelt?

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Hast du vor der Teilnahme an dieser Umfrage bereits von Heinrich Kaufringer oder der Erzählung "Die unschuldige Mörderin" gehört?

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