Zum Hauptinhalt springen

Von Antworten zu Entscheidungen: So arbeiten Sie mit Ihren Feedback-Daten

Segmentieren Sie Ihre Ergebnisse, bevor Sie Durchschnittswerte berechnen, lesen Sie die offenen Antworten, ordnen Sie Verantwortliche zu und schließen Sie den Kreis – so setzen Sie Survey-Ergebnisse in Maßnahmen um.

Feedback zu sammeln ist die einfache Hälfte. Die schwierige Hälfte ist die Lücke zwischen „Wir haben die Ergebnisse“ und „Wir haben deshalb etwas verändert“ – und genau an dieser Stelle sterben die meisten Feedback-Programme still und leise. Dieser Artikel behandelt, wie Sie diese Lücke in vier Schritten schließen.


Regel 1: Vertrauen Sie niemals einem einzelnen Durchschnitt


Ein Gesamtscore ist eine Überschrift, aber kein Ergebnis. Derselbe Durchschnitt kann eine Gruppe von Kundinnen und Kunden, die sehr zufrieden ist, und eine andere, die still weggeht, verbergen:


Ein gesamter NPS von +24, aufgeteilt in Segmente: Neukunden +41, Bestandskunden +27, Supportkontakte -12


Teilen Sie Ihre Ergebnisse daher immer vor Schlussfolgerungen in Gruppen auf. Die vier Aufteilungen, die am meisten zeigen:


  • Neue vs. langjährige Kundinnen und Kunden. Wenn neue Kundinnen und Kunden zufrieden sind und langjährige nicht (oder umgekehrt), wissen Sie, wo Sie ansetzen müssen.

  • Kundschaft, die kürzlich den Support kontaktiert hat. Diese Gruppe ist Ihr Frühwarnsystem. Fallen deren Werte, erreichen die Probleme Ihre Kunden schneller als Sie sie beheben können.

  • Nach Plan oder Umsatz. Eine unzufriedene Gruppe Ihrer Top-Zahlerinnen und -Zahler ist keine Statistik – sondern Umsatzrisiko.

  • Nach Land oder Sprache. Eine ungeschickte Übersetzung oder andere lokale Erwartungen können einen Markt heimlich drücken, während der Schnitt gut aussieht.


In der Ergebnisansicht von Survio können Sie Antworten nach jeder Frage oder allen Befragten-Details filtern – so dauern diese Segmentierungen nur wenige Sekunden. Die Kunst ist, daran regelmäßig zu denken.


Regel 2: Lesen Sie die schriftlichen Antworten – alle


Diagramme fassen zusammen, schriftliche Antworten erklären. Planen Sie pro Survey-Runde eine Stunde ein und lesen Sie jeden Kommentar. Sortieren Sie sie grob nach Themen – Preise, Geschwindigkeit, Support, fehlende Funktionen. Nach etwa hundert Rückmeldungen kommen gewöhnlich keine neuen Themen mehr auf. Die Muster wiederholen sich. Dann sind Sie fertig.


Erzwingen Sie dann eine Reihenfolge: Welche 3 Themen traten am häufigsten auf? Nicht die dramatischste Beschwerde, nicht die lauteste Rückmeldung – sondern am häufigsten genannte Themen:


214 Kommentare auf die 3 häufigsten Themen nach Häufigkeit reduziert: Antwortzeit des Supports 38-mal genannt, Plan-Verwirrung 21-mal, PDF-Export 17-mal


Diese drei Punkte sind Ihre Aktionsliste. Alles andere kommt in die nächste Runde.


Regel 3: Jedes Thema braucht eine:n Verantwortliche:n und eine Frist


Dieser Schritt wird meist übergangen: Die Ergebnisse werden präsentiert, alle nicken, nichts ändert sich. Die Lösung ist schlicht, aber wirksam. Für jedes der Top-3-Themen notieren Sie einen Verantwortlichen, eine konkrete Maßnahme und eine Deadline:


Eine Aktionsliste, für die jedes Feedback-Thema eine:n Verantwortliche:n, eine konkrete Maßnahme und eine Frist hat


  • Eine:n Verantwortliche:n – ein Name, keine Abteilung

  • Einen konkreten Schritt – „Jede Support-E-Mail innerhalb von 8 Stunden beantworten“, nicht „Support verbessern“

  • Eine Frist


Findet sich für ein Thema keine verantwortliche Person, nehmen Sie es ehrlich von der Liste, statt es in jedem Meeting aufs Neue erscheinen zu lassen.


Regel 4: Kommunizieren Sie, was sich geändert hat


Der Feedback-Zyklus: sammeln, analysieren, handeln, den Kreis schließen – dann wieder sammeln


Diesen Schritt nennt man „den Kreis schließen“, und er heißt einfach: Die, die Ihnen Feedback gegeben haben, sollten erfahren, was daraus geworden ist. Eine kurze Info wie „Sie haben uns X mitgeteilt, deshalb haben wir Y umgesetzt“ – im Newsletter, auf Ihrer Newsseite oder per E-Mail – zeigt zwei Dinge: die Survey war kein Selbstzweck. Und: Sie steigern sichtbar die Antwortrate bei künftigen Befragungen.


Ein Rhythmus, der bleibt


  • Innerhalb von 2 Tagen nach Abschluss einer Survey: Kontaktieren Sie die negativsten Rückmeldungen persönlich. (Das kann auch automatisch geschehen – siehe Artikel zur Automatisierung in dieser Sammlung.)

  • Innerhalb von 1 Woche: Teilen Sie die Ergebnisse in Gruppen auf, lesen Sie alle Kommentare, wählen Sie die drei Top-Themen aus und ordnen Sie Verantwortliche zu.

  • Innerhalb von 1 Monat: Die erste sichtbare Änderung ist live – und wird kommuniziert.

  • Nächste Runde: dieselben Fragen, dieselbe Formulierung. Jetzt haben Sie einen Trend, keine Momentaufnahme.


Eine letzte Gewohnheit: Tätigen Sie jede Top-3-Liste pro Runde in einem Dokument. Nach ein paar Runden ist dieses Dokument Ihre ehrlichste Geschichte zur Beziehung mit Ihren Kundinnen und Kunden.

Hat dies deine Frage beantwortet?